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Spektakuläre Landschaften und schottische Originale
Reisebericht
Unterm Schottenrock ist gar nix Nico Haak, Schlager
Ein Land voller Geschichte, Traditionen und einer unvergleichlichen Landschaft, garniert mit der britischen Noblesse, die aus allen Fugen alter Schlösser und Burgen quillt- das ist Schottland, the Brave (die Tapfere), wie der Titel der inoffiziellen Nationalhymne, den nördlichen Abschnitt der britischen Insel treffend beschreibt.
Tor zu den Highlands Während in den altehrwürdigen Schlössern immer noch "Understatement" und stille Eleganz stilvoll gepflegt wird, geht es in den größeren Städten wie Glasgow heute eher unkonventionell zu. Neben London hat sich gerade Glasgow zu einem Mekka für Kunst- und Architekturfans entwickelt. Am George Square geben sich Straßenmusiker ein Stelldichein und die ehemalige Börse ist die erste Adresse Englands, wenn es um moderne Kunst geht. Die Gallery of Modern Art, kurz GoMA ist unschlagbar auf der Insel. Turbulent geht es in der Buchanan Street zu. Zahlreiche Shops und Boutiquen (besonders interessant wenn Sie einen Kilt kaufen wollen) wetteifern um die Kunden. Die Frage was denn nun der Schotte unten drunter trägt beantwortet seriös nicht der Schlager von Nico Haak, sondern eher ein Streik des Royal Highland Regiment, als zum Besuch der Queen angeordnet wurde "Wear underwear" (Unterwäsche ist Pflicht). Eine jahrhundertealte Tradition lässt sich kein Schotte verbieten. Aber wie so oft im Leben, Ausnahmen bestätigen die Regel. Kein Glasgow-Besuch, ohne dass man im Restaurant-Urgestein "Sloans" das typische schottische Nationalgericht "Haggis" bei einem Ale probiert. Glasgow ist auch die Stadt des Charles Rennie Mackintosh, dessen Bauwerke Ende des 19. Jahrhunders stilbildend wurden. Ebenso sind seine Möbel für die Teestuben in Glasgow weltbekannt geworden. Sie gehören zu den Meisterwerken des Jugendstils. Einzelne dieser "Willow-Tea-Rooms" können noch besucht werden, einer davon in der Sauchiehall Street.
Schafe, Seen und Gespenster Archaisch schöne Landschaften und passende Schauergeschichten gibt es direkt vor den Toren Glasgows in den Highlands und im Lake District. Geschichten über Geister, Fabelwesen und Sagen die von den zahlreichen Clans und deren Geschichte hört man hier täglich und dem Gast wird immer wieder versichert, dass er des Nachts nicht wirklich allein im Zimmer nächtigt. Geister gehören zum Inventar eines schottischen Hotels einfach dazu. Falls keine Geister auftauchen, entschädigt die reizvolle Landschaft für entgangene Erscheinungen. Verschlafene Dörfer, ein kaum besiedeltes Hochland und historische Schauplätze lassen die Film- und Fotoliebhaber jubeln. Der Lake District mit seinen schmalen, tiefblauen Seen, Wäldern und Bergen ist einer der beliebtesten Urlaubsregionen der britischen Insel. Serpentinen schlängeln sich an Wasserfällen und alten Steinbrücken vorbei in die Täler. Unzählige Schafe und Schlösser wohin das Auge schaut. Eine Landschaft zum verlieben.
High in den Highlands Die klaren Flüsse werden u.a. auch industriell für den "schottischen Landwein" benutzt, dem Whisky. High in den Highlands ist sicher kein leerer Spruch für Touristen, wenn nach dem sechsten Probierglas der Whiskyprobe die Geschmacksnerven bei dem ein oder anderen den Geist aufgeben und man die achtundvierzig Arten von Niederschlag als schottische Sonnenstrahlen empfindet. Kein Trugbild, sondern Postenkartenidylle findet man am Loch Lomond. Nur eine Autostunde nordwestlich von Glasgow entfernt liegt Schottlands erster Nationalpark, der Loch Lomond and the Trossachs National Park. In einer landschaftlich kontrastreichen Gegend zwischen den sanften Hügeln des Lowland im Süden und den hohen Bergen der Highlands liegen unzählige Flüsse und Seen. Durch eine wilde, unwirtliche Moorlandschaft kann sich der Schottland- Besucher auf das grandiose Tal von Glencoe (Tal der Tränen) freuen. Eine wahre Bilderbuchlandschaft mit viel Geschichte. Einen kleinen Schaufensterbummel sollten Sie sich in Fort William gönnen, einem Touristenort, der durch den höchsten Berg Schottlands, dem "Ben Navis" 1.343 m beherrscht wird und in dem, durch den Golfstrom bedingt, ein warmes Klima herrscht. Die nur wenige Kilometer entfernt liegenden Ruinen von Urquhart Castle sind wohl das beste Fotomotiv mit dem legendären Loch Ness. Wie ernst es den Schotten mit ihren Geistern ist, muss man wohl gerade an diesem Ort nicht näher erläutern. Das einzige, was man wohl auf jeder Reise nach Schottland nicht zu sehen bekommt ist Nessie, denn das legendäre Seemonster zeigt sich nach wie vor nur Schotten. Trotzdem gehört die Beobachtung des Seeungeheuer "Nessie" zum festen Bestandteil des Besuchsprogramms einer jeden Schottlandreise, wie auch der Besuch von Edinburgh.
Fontane und die Kronjuwelen
Das "Athen des Nordens", wie die Stadt oft nach einem Zitat von Theodor Fontane genannt wird, zählt zu den schönsten Städten Europas. Der Eintritt in fast allen Museen der Stadt ist frei. Wesentlich kostspieliger kann der Besuch des ältesten Kaufhauses der Welt, dem "Jenner`s" werden. Unbezahlbar, die schottischen Kronjuwelen, die in der Burg von Edinburgh ausgestellt werden und der Blick vom Carlton Hill auf die Stadt. Einen guten Einblick in das Leben der Queen bietet der Besuch der königlichen Yacht Britannia, die am Ocean Terminal in Leith vor Anker liegt und besichtigt werden kann. Die verlockende Stadt ist ein Weltkulturerbe mit Gebäuden und Gassen, die Mythen aus längst vergangenen Zeiten beschwören. Eine Stadt voller Überraschungen. |
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